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Orthomolekulare Medizin
In den letzten 40 Jahren setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, dass chronische Erkrankungen zusammen mit einem Mangel an bestimmten Nährstoffen oder mit einem Ungleichgewicht des Nährstoffhaushaltes auftreten können oder durch Nährstoffmangel begünstigt werden.
Prof. Linus Pauling entwickelte erstmalig in den 60er Jahren aufgrund dieser Erkenntnisse ein weitreichendes Konzept zur Vorbeugung und zur Behandlung mit natürlichen Nährstoffen, die der Körper nicht selbst herstellen kann und auf deren Zufuhr er durch eine optimale Ernährung (die in der Regel heute nicht mehr gewährleistet ist) angewiesen ist.
Die Praxis einer nebenwirkungsarmen Substitutionstherapie hat sich über die Jahre bewährt und gehört in vielen Ländern zum normalen Standard der Medizin. Sie wird ständig durch neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse erweitert. Es handelt sich um die Behandlung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Fett- und Aminosäuren in speziellen Mischungsverhältnissen, die für die Lebensvorgänge unseres Körpers lebensnotwendig sind.
Eine gesunde Ernährung ist heutzutage leider zu einem unüberschaubaren Gebiet geworden, wofür die industrielle Lebensmittelherstellung verantwortlich ist. Unsere bewährten Instinkte, das auszuwählen, was gesund ist, werden durch raffinierte Manipulationstechniken mittels synthetischer Geschmacksverstärker ausgenutzt, um den Absatz zu erhöhen. So haben wir nicht nur ein Überangebot an künstlichen Nahrungsmitteln, sondern gleichzeitig auch viele schädliche Zusatz- und Konservierungsstoffe, womit Lebensmittel verunreinigt sind. Zusätzlich enthalten unsere Nahrungsmittel reichlich Chemikalien der Schädlingsbekämpfung und Arzneimittelrückstände.
Die Veränderung der Nahrungsgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten war so dramatisch, so dass wir ein Überangebot an tierischen Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten haben, das sich zu Ungunsten von lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralien verschoben hat. Unsere Vorfahren ernährten sich im wesentlichen mit frischen pflanzlichen Nahrungsmitteln. Das Wild lieferte ausreichend Proteine und gesunde Fettsäuren, die den heutigen Zuchttieren fehlen. Diese Ernährung beinhaltete ein Drei- bis Vierfaches an Kalzium und Magnesium; das Sechsfache an Vitamin C, E und Zink. Die neuesten Studienergebnisse zeigen in aller Deutlichkeit das ausmaß der veränderten Ernährungsgewohnheiten. Beispielsweise leiden mehr als die Hälfte der in Europa lebenden Erwachsenen an einem Vitamin B12Mangel. Die meisten Kinder haben einen Folsäure- und Zinkmangel. Mehr als ein Drittel der jungen Frauen leiden unter Eisenmangel. Die Pille verbraucht im Körper übermäßig Folsäure und Vitamin B6. Betroffen sind besonders chronisch Kranke, die dauerhaft Arzneimittel einnehmen, da sich durch die meisten dieser Mittel der Nährstoffbedarf drastisch erhöht, jedoch die heutige Ernährung diesen Belastungen nicht mehr gerecht werden kann.
Ebenso ist die Umweltverschmutzung verantwortlich für unseren Mikronährstoffmangel, da der Körper durch diese zusätzlichen Verunreinigungen mehr Nährstoffe benötigt, um sich zu schützen und um diese Schadstoffe wieder aus dem Körper zu entfernen. So helfen z.B. Selen, Zink und Vitamin C Vergiftungen durch Schwermetalle zu verhindern; jedoch kommen Zink und Selen für diese zusätzlichen Erfordernisse nicht in ausreichender Menge in der Ernährung vor.
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