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Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie wurde schon 1928 durch die beiden Brüder Dr. med. Ferdinand Huneke und Dr. med. Walter Huneke entwickelt.
Diese Therapie arbeitet mit der Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln (z.B. Procain) zu therapeutischen Zwecken und greift in örtliche und übergeordnete Regelkreissysteme des Körpers ein. Sie wirkt damit vor allem als Regulations- und Umstimmungstherapie. Aus diesem Grund ist diese spezielle Therapie besonders für die Behandlung einer großen Anzahl funktioneller Störungen geeignet.
Mit der angewandten Neuraltherapie werden mit Hilfe gezielter Injektionen Heilreize für den gesamten Körper gesetzt. In der Neuraltherapie geht man davon aus, daß krankhaft vorgeschädigtes Gewebe (Narben, geschädigte Zähne, chronisch entzündete Gewebe oder Organe) als Störfeld wirken und im Körper Fernwirkungen (z.B. Schmerzen, Funktionsstörungen) auslösen. Durch gezielte Injektionen werden diese Störfelder "ausgeschaltet". Damit werden Reaktionen ausgelöst, die die entstandenen Schädigungen beseitigen. Dann kann die körpereigene Abwehr mit ihren Selbstheilungsmechanismen wieder zum Zuge kommen.
Philosophie/Entstehungsgeschichte:
Das erste Lokalanästhetikum (Novocain) wurde 1905 entdeckt. Zwanzig Jahre später bemerkte der Arzt Ferdinand Huneke zufälligerweise, dass man mit Lokalanästhetika nicht nur Gewebe schmerzunempfindlich machen, sondern Schmerzen auch endgültig heilen kann. Zusammen mit seinem Bruder Walter Huneke arbeitete er das Verfahren der Heil-Anästhesie aus. 1940 beobachtete Ferdinand Huneke zum ersten Mal das sogenannte „Sekundenphänomen“: bei einer Frau, die er monatelang erfolglos wegen ihrer starken Schulterschmerzen behandelt hatte, spritzte er ein Lokalanästhetikum in eine entzündete Wunde am Fuß. Schlagartig verschwanden die Schulterschmerzen. Daraus schloss Huneke, dass es örtlich begrenzte Reizzustände (sogenannte Störfelder) im Körper geben muss, welche die Fähigkeit haben, über die Reizung von Nervenbahnen in einer anderen Körperregion Krankheiten und Schmerzen auszulösen und zu unterhalten. Gleichzeitig hatte er ein Mittel gefunden, wie man derartige Krankheiten heilen konnte. Huneke stellte auch fest, dass zwischen der Entstehung eines Störfeldes und der Auslösung einer störfeldbedingten Erkrankung viele Jahre vergehen können.
Die Neuraltherapie ist besonders geeignet zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlerhafte Körperregulation zustande kommen. Das heisst, dass die Neuraltherapie bei Funktionsstörungen von Organen helfen kann, nicht aber bei bereits durch die Krankheit zerstörten Strukturen. Die Neuraltherapie wird vor allem zur Behandlung von fast allen akuten und chronischen Schmerz- und Entzündungszuständen eingesetzt.
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